Waschbär

Klasse: Säugetiere

Ordnung: Raubtiere

U.Ordnung: Landraubtiere

Familie: Kleinbären

U. Familie: Neuwelt-Kleinbären

Gattung: Procyon

Wissenschaftlicher Name: Procyon lotor (Nordamerikanischer Waschbär)

 

 

 

 

Herkunft, Verbreitung


Vor rd. 2,5 Mio. Jahren aus Wurzeln in Mittelamerika hervorgegangen, wurde der Nordamerikanische Waschbär zum bekanntesten Vertreter der Gattung. Als „Neubürger“ lebt Procyon lotor in Deutschland, weiten Teilen Europas und in Asien. 1934 wurden zwei Paare am Edersee ausgewildert und 1945 hatten Tiere aus Gehegen bei Berlin das Weite gesucht. Bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit Gewässern, Feuchtarealen und Altholzbeständen.

Die nachtaktiven Waschbären nutzen Baumhöhlen als Tagesversteck, an geschützten Stellen auch Schlafplätze am Boden. Schon länger erweitern sie ihre Reviere bis in Wohngebiete des Menschen. 2015 lässt sich der Bestand in Deutschland auf über eine halbe Million schätzen. Für den Rückgang anderer Arten verantwortlich gemacht, werden die anfangs geschützten Waschbären schon seit 1954 bejagt.

 

 

Beschreibung

Der Körper kann 70 cm und der Schwanz 30-40 cm lang werden. Die Schulterhöhe erreicht 30 cm. Der Kopf ist breit mit kurzer Schnauze und runden, hell gesäumten Ohren. Typisch sind die dunkle Maske über Augen und Wangen sowie der geringelte buschige Schwanz. Die Fellfarbe reicht von dunklen bis helleren grauen oder bräunlichen Tönen. Die schlanken Zehen der Vorder- und Hinterfüße haben lange Krallen. Rüden wiegen im Frühjahr 4-5 kg, ihr Gewicht kann sich zum Winter verdoppeln. Nach einer Tragezeit von 65 Tagen bringt die Fähe 2-4 Junge zur Welt. Grundnahrung sind in erster Linie Beeren, Früchte und Eicheln.

Dazu kommen Weichtiere, Käferlarven, Amphibien, Reptilien und Vogelgelege. Gern durchsuchen die Allesfresser Mülltonnen und dringen als geschickte Kletterer auf Futtersuche sogar in Häuser ein. Das außergewöhnliche Tastempfinden der Vorderpfoten und fingerartigen Zehen ist im Wasser noch erhöht, weshalb Nahrung bevorzugt darin geprüft wird. Fein sind auch Geruchssinn und Hörvermögen. Waschbären können 20 Jahre und älter werden, haben aber angesichts schrumpfender Naturräume, hoher Siedlungsdichte und regelmäßiger Bejagung im Durchschnitt eine deutlich geringere Lebenserwartung.

  

Wissenwertes:

Der mit seinen Händen reibt, schrubbt und kratzt, so etwa bezeichneten Algonkin Indianer mit dem Wort ahrah-koon-em ein Tier, das den Engländern fremd war. Noch heute heißt der Waschbär bei ihnen racoon.