Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

U. Ordnung: Wiederkäuer

Familie: Hornträger

U. Familie: Antilopenartige Tiere

Gattung: Capra (Ziege)

Art: Capra aegagrus (Wildziege)

Wissenschaftlicher Name:
Capra aegagrus hircus (Hausziege)

Valais Blackneck Goat, Chèvre à col noir du Valais

Herkunft, Verbreitung

Alle Hausziegen mit ihren zahlreichen Rassen gehen auf die Bezoarziegen (Capra aegagrus aegagrus) zurück, eine Unterart der asiatischen Wildziege. Diese eindrucksvollen Tiere sind deutlich größer als Hausziegen. Sie leben heute in einem Gebiet, das von der südlichen Türkei über den Kaukasus, Irak, Iran und Afghanistan bis nach Pakistan reicht. Ähnliche Formen auf griechischen Inseln sind aber möglicherweise Nachkommen verwilderter Hausziegen. Domestizierung hat vor 8.000 Jahren im Nahen Osten, vielleicht schon vor 10.000 Jahren im Gebiet des heutigen Iran stattgefunden. Mit der Haltung durch den Menschen nahm die Größe der Ziegen allmählich ab. Vom Orient sind Hausziegen – wie aus Vorderasien die Hausschafe – als Nutztiere später in alle Welt gelangt.
Ziegen unterscheiden sich von Schafen durch diverse Merkmale: (1) äußerlich durch den Kinnbart, das Fehlen einer Halsmähne und den aufgestellten Schwanz. (2) Voraugen-und Zwischenklauen-Drüsen, Schafen zur Abgabe von Markierungsstoffen dienend, fehlen. Dafür sitzt über der Stirn von Ziegen eine paarige Horndrüse, die für den strengen Geruch der Böcke verantwortlich ist. (3) Die Chromosomenzahl ist 60 bei der Ziege und 54 beim Schaf. (4) Ziegen bevorzugen mit Kräutern, Blättern, Zweigen und Baumrinde eine faserreichere Kost. (5) Ziegen kommen durch ihren Stoffwechsel besser mit Trockenheit zurecht.

Beschreibung
Die Walliserziege, Schwarzhalsziege oder Gletschergeiß ist eine der ältesten europäischen Züchtungen und schon um 930 n. Chr. im schweizerischen Unterwallis belegt. Sie wurde seither als regionale Rasse vor allem im Kanton Wallis und dem angrenzenden Piemont geschätzt. Die Zahl der Tiere war jedoch stark rückläufig und der Fortbestand war ab den 1970er Jahren gefährdet. Durch verschiedene Initiativen ist es inzwischen gelungen, den Stock an reinrassigen Tieren in der Schweiz wieder deutlich zu erhöhen.
Mit einer Schulterhöhe bis 85 Zentimeter und einem Gewicht bis 70 Kilogramm ist die Gletschergeiß eine mittelgroße, kräftig gebaute Gebirgsziege. Ihr Kennzeichen ist die schwarze Färbung der vorderen Körperhälfte im Kontrast zur hinteren weißen. Männliche und weibliche Tiere tragen lange, leicht nach außen gewundene Hörner, die beim Bock eine Spannweite von mehr als 100 cm erreichen können. Beide Geschlechter haben deutliche Stirnlocken. Einmal im Jahr bringt die Ziege 1-2 Kitze zur Welt, die nach 4 Monaten entwöhnt, doch erst nach 4-5 Jahren ausgewachsen sind. Walliser Ziegen werden etwa vierzehn Jahre alt.

Wissenswertes

Zottiges Fell und mäßiger Milchertrag bei allerdings guter Mastleistung gelten nicht unbedingt als Ideal einer Hausziegenrasse. Die Beliebtheit der robusten und genügsamen Walliserziegen erklärt sich zum einen aus ihrer problemlosen Haltung in höheren Gebirgslagen, zum anderen aus ihrem Nutzen als Trag- und Zugtiere in schwer zugänglichem Gelände.