Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

U.Ordnung: Wiederkäuer

Familie: Hornträger

U. Familie: antilopenartige Tiere

Gattung: Ovis (Schaf)

Wissenschaftlicher Name: Ovis orientalis aries* (Hausschaf)

*Angesichts international unterschiedlicher Auffassungen häufig auch Ovis gmelini aries bzw. Ovis aries.
Skudde, Mouton Skudde

 

Herkunft, Verbreitung

Schafe zählen zu den ältesten Haustieren des Menschen. Sie wurden wahrscheinlich schon vor 1o.000 Jahren in Vorderasien domestiziert.  Alle Hausschafe wie auch unsere Kamerunschafe und Zackelschafe im Bergtierpark gehen auf das Armenische Wildschaf, eine Mufflon-Art,  zurück. Die ursprüngliche Heimat der rezenten, sehr formenreichen Wildschafe sind die Gebirgszonen und Trockengebiete Asiens und Europas. Die Vorfahren der drei in Nordamerika lebenden Wildschaf-Arten sind  Zuwanderer aus Asien. Früheste fossile Reste von Wildschafen stammen aus dem unteren Pliozän Asiens und sind rd. 5 Mill. Jahre alt.

Hausschafe sind in zahllosen teils regionalen Zuchtrassen heute weltweit verbreitet;  man geht heute von über 1,0 Mrd. Tieren aus. Je nach Bedarf werden sie als Fleisch-, Milch-, Pelz- oder Wolllieferanten bzw. zur Landschaftspflege gehalten.

Der Ursprung der Skudden als sehr alte Rasse von Hausschafen ist unklar. Zumindest seit dem Mittelalter belegt, wurden sie als Landschafe in den baltischen Ländern wie in Ostpreußen gehalten. Schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg durch Schafrassen mit feinerer Wolle verdrängt, waren Skudden nach 1945 so gut wie ausgestorben. Nur eine geringe Zahl reinrassiger Tiere hat überlebt und bildete den Stock für die Erhaltung der Rasse durch Züchtervereine und zoologische Einrichtungen.  

 

Beschreibung

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge  bis  100 cm, einer Schulterhöhe 55-60 cm und einem Gewicht von 35-50 kg bei den Widdern (Zibben, die weiblichen Tiere, sind kleiner und leichter) bilden Skudden die kleinste Schafrasse in Deutschland. Der mittellange Schwanz kann bis zu den Hacken reichen. Im Gegensatz zu den hornlosen Zibben haben Widder ein imponierendes schneckenförmig gewundenes  Gehörn.  Die kleinen Ohren stehen seitlich ab. Die Fellfarbe ist bei unseren Skudden überwiegend weiß bis hell cremefarbig,  es kommen auch schwarze und gescheckte Tiere vor.  Das Vlies aus Oberhaaren und  langsamer wachsenden feinen Unterhaaren bildet einen ausgezeichneten Wetterschutz.

Nach älteren Berichten kam in der Vergangenheit ein selbständiger Vlieswechsel vor, der das Scheren überflüssig machte. Bei einmal jährlicher Schur werden bis 2,5 kg (Widder) bzw. 2,0 kg (Zibben) Wolle gewonnen. Skudden sind anspruchslos  und nicht wählerisch, auch magere Weiden genügen ihnen. Die Brunft setzt oft schon am Ende des ersten Lebensjahrs ein und ist saisonal nicht gebunden. Die Tragzeit ist etwa 150 Tage, nach der im Durchschnitt 1-2 Lämmer geboren werden.

 

Wissenswertes

Skudden werden im Durchschnitt 13-15 Jahre alt, doch kommen bemerkenswerte Ausnahmen vor.  So soll ein über ein 19 Jahre altes Mutterschaf mit noch vollständigem Gebiss bis zum 16. Lebensjahr problemlos Lämmer zur Welt gebracht haben (Quelle: http://www.schafzuchtverband.de, 13.04.2017). Übrigens ist die Skudde „Schaf des Jahres 2017“.