Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

U. Ordnung: Wiederkäuer

Familie: Hornträger

U. Familie: Antilopenartige Tiere

Gattung: Ovis (Wildschaf, Schaf)

Wissenschaftlicher Name: Ovis gmelini musimon* (Europäischer Mufflon)

 

*Die auf dem Gehegeschild noch aufgeführte zoologische Bezeichnung Ovis orientalis ist strittig. Überwiegend wird der Europäische Mufflon inzwischen als Unterart des Armenischen Wildschafs O. gmelini verstanden.

 

Herkunft, Verbreitung

Mufflons (jägersprachlich: Muffelwild) gehören zur Gruppe der in Vorderasien beheimateten Westlichen Wildschafe. Nach neueren Untersuchungen lassen sich drei Arten unterscheiden. Von diesen wird das Armenische Wildschaf (Ovis gmelini) als nächster Verwandter des Europäischen Mufflon angesehen. Es lebt vor allem in den Gebirgszügen des Kaukasus wie des iranischen Elbursgebirges und begrenzt auch in der südlichen Türkei. Weiter östlich schließt sich von Afghanistan über Zentralasien, Pakistan und  Nordindien der Lebensraum der Steppenwildschafe mit fünf weiteren Ovis-Arten an. Die drei auch in Nordamerika vorkommenden Formen haben asiatische Vorfahren. Früheste fossile Reste von Wildschafen stammen aus dem unteren Pliozän Asiens und sind rd. 5 Mill. Jahre alt.

In Europa sind Mufflons ursprünglich aus den Gebirgen von Zypern, Korsika und Sardinien bekannt. Vom Aussterben bedroht, konnte der nur noch geringe Bestand in diesen Gebieten jedoch stabilisiert werden. Schon im 19. Jh. wurden Mufflons auch in Mitteleuropa angesiedelt, in Deutschland als Jagd- und Parkwild in größerem Umfang zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte des Europäischen Mufflons ist unklar. Eine Annahme besagt, dass es sich bei den mediterranen Gebirgstieren um Reste einer ursprünglich in Europa weit verbreiteten Population handelt. Eine andere lautet, dass Mufflons erst vor etwa siebentausend Jahren mit dem jungsteinzeitlichen Menschen in den Mittelmeerraum gelangt sind. Dies würde aber bedeuten, dass es sich um domestizierte Tiere als Ausgangsform der später verwilderten Mufflons handelte. Mufflons sind nach der Roten Liste der IUCN gefährdet.

Beschreibung

Die Mufflons im Bergtierpark haben eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 110 cm, ihre Schulterhöhe erreicht 70 cm bei einem Gewicht von höchstens 70 kg. Weibliche Tiere sind etwas kleiner und leichter. Die Widder tragen schneckenförmig gedrehte kräftige Hörner. Die Fellfarbe von Rumpf, Vorderarmen, Unterschenkeln und dem kurzen Schwanz variiert in Brauntönen bei heller Unterseite und heller Zeichnung im Gesicht.  Beim Widder überwiegen dunkelbraune bis schwarze Fellpartien, dazu kommt eine imponierende Halsmähne. Mufflons sind anspruchslos und mit mageren Weiden, Kräutern und Trieben von Gehölzen zufrieden. In freier Wildbahn leben sie in kleinen Rudeln, angeführt von einem älteren Schaf als Leittier.

Widder bilden außerhalb der spätherbstlichen Brunftzeit eigene Gruppen. Die Tragzeit dauert etwa fünf Monate; im März/April werden ein bis zwei Lämmer geboren, die nach etwa einem halben Jahr entwöhnt sind.

Wissenwertes

Mufro bzw. mufra lautete der korsische Name für das Wildschaf, als ihn der Naturforscher Georges-Louis de Buffon mit mouflon ins Französische übertrug.
Mufflons sind übrigens auf den zyprischen 1-, 2- und 5-Cent Münzen der EURO-Währung abgebildet.