Magot (Berberaffe)

Klasse: Säugetiere

Teilordnung: Schmalnasen- oder

                     Altweltaffen

Familie: Meerkatzenverwandte

Gattung: Macaca (Makaken)

Art: Macaca sylvanus (Berberaffe)

       Barbary Macaque,

       Macaque de Barbarie

 

 

 

 

Herkunft, Verbreitung

Unter den 23 bekannten Makaken-Arten ist der Magot oder Berberaffe die einzige außerhalb Asiens lebende Spezies. In Europa sind die Felsen von Gibraltar seine Heimat. Vielleicht waren Berberaffen  schon in der Antike nach Südspanien gelangt, spätestens sind sie es aber mit dem Vordringen der Araber ab dem 8. Jahrhundert. Fossilfunde belegen, dass verwandte Formen schon gegen Ende des Tertiärs und danach in wärmeren Zwischeneiszeiten Süd-europa bewohnt haben.

Der halbwilde Bestand von Gibraltar umfasst heute weniger als 250 Exemplare. Die Tiere werden dort gefüttert und dadurch von den Siedlungen des Menschen fern-gehalten.

Die Zahl der in einzelnen Waldgebieten des Atlasgebirges bis in 2.000 m Höhe lebenden Berberaffen wird auf weniger als 10.000 Tiere geschätzt. Der weitaus größte Teil davon findet sich in Marokko und nur ein kleinerer in Algerien. Nach der Roten Liste der bedrohten Arten (IUCN) gelten Berberaffen wegen der Zerstörung ihres Lebensraums durch den Menschen heute als stark gefährdet.


Das Vorkommen aller übrigen Makaken erstreckt sich von Afghanistan über Süd- und Südost-asien und China bis nach Japan. Die in Indien als heilig geachteten Rhesusaffen gehören dazu, die zur Ernte von Kokosnüssen abgerichteten Arten in Malaysia, Indonesien und Thailand und  genauso die am weitesten nördlich lebenden rot-gesichtigen Japanmakaken. An kalten Wintertagen halten sich ganze Gruppen von ihnen oft  stundenlang in den Wässern vulkanischer Thermalquellen auf.

 

 

 

 

 

Beschreibung

Berberaffen erreichen eine Kopfrumpf-länge von 45 bis 70 Zentimetern, sie sind im Unterschied zu zahlreichen anderen Makaken-Arten schwanzlos. Mit 7 bis 12 Kilogramm, ausnahms-weise bis 15 Kilogramm sind Männchen deutlich schwerer als Weibchen. Sie haben auch erkennbar größere Eckzähne.

Das Fell der Tiere ist gelblich-braun bis graubraun gefärbt, das Gesicht dunkelrosa. Wie alle Makaken haben sie Backentaschen zum Verstauen der Nahrung. Berberaffen ernähren sich überwiegend vegetarisch von Blättern, Kräutern, Knospen, Früchten, Wurzeln und Baumrinde, verschmähen aber auch keine Insekten, Krebstiere, kleine Wirbeltiere oder Vogeleier.  

Die Paarungszeit dauert bei unseren klimatischen Verhältnissen von November bis Februar. Nach einer rund 165-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier, selten auch Zwillinge, zur Welt. Die Neugeborenen  haben ein dünnes, schwarzes Haarkleid, das sich innerhalb von 4 Monaten hellbraun umfärbt und schließlich die Farbe der Erwachsenen annimmt. Nach maximal zwölf Monaten werden die Jungtiere entwöhnt.

Weibchen werden mit zweieinhalb bis vier Jahren geschlechtsreif,  Männchen zwischen viereinhalb und sieben Jahren. Berberaffen können in menschlicher Obhut 30 Jahre alt werden und 15-20 Jahre in freier Natur.

 

Wissenswertes

Der Überlieferung nach heißt es in Großbritannien, dass Gibraltar so lange zur englischen Krone gehören würde wie Makaken auf den dortigen Felsen leben. Deshalb wurden in der Vergangenheit bei schrumpfendem Bestand wiederholt Tiere aus Marokko und Algerien zugeführt.

 

Neuigkeiten

Nach dem Umzug ins neue Affenhaus mit der großzügigen Außenanlage Ende 2017 gibt es für die Tiere reichlich Möglichkeiten zu Spiel und Beschäftigung. Das Geschick der lebhaften Berberaffen draußen an den Kletterbäumen und Hochseilen lässt die Besucher des Bergtierparks immer wieder staunen. Genauso interessant ist es aber auch, das Verhalten der Magots im Haus aus größerer Nähe zu beobachten.

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