Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

Familie: Hornträger

U. Familie: antilopenartige Tiere

Gattung: Ovis (Schaf)

Wissenschaftlicher Name: Ovis orientalis aries*

*Zur Systematik gibt es international sehr unterschiedliche Auffassungen; deshalb finden sich häufig auch Ovis gmelini aries bzw. Ovis aries als zoologische Bezeichnungen.
Cameroon (dwarf blackbelly) sheep, Mouton du Cameroun

 

Herkunft, Verbreitung

Schafe zählen mit Hunden und Ziegen zu den ältesten Haustieren des Menschen überhaupt.  Sie wurden wahrscheinlich schon vor 1o.000 Jahren domestiziert.  Alle Hausschafe gehen, wie unsere Kamerunschafe, Skudden und Zackelschafe im Bergtierpark, auf das Armenische Wildschaf, eine Mufflon-Art,  zurück.

Die ursprüngliche Heimat der sehr formenreichen Wildschafe sind die Gebirgszonen und Trockengebiete Asiens und Europas. Die Vorfahren der drei in Nordamerika lebenden Wildschaf-Arten sind ebenfalls Zuwanderer aus Asien. Früheste fossile Reste von Wildschafen stammen aus dem unteren Pliozän Asiens und sind rd. 5 Mill. Jahre alt.

Hausschafe sind in zahllosen teils regionalen Zuchtrassen weltweit verbreitet;  man geht heute von über 1,0 Mrd. Tieren aus. Je nach kulturellem oder wirtschaftlichem Umfeld werden sie als Fleisch-, Milch-, Pelz- oder Wolllieferanten bzw. zur Landschaftspflege gehalten.

Das zur Fleischerzeugung gezüchtete Kamerunschaf stammt aus Westafrika und ging ursprünglich aus dem  westafrikanischen Zwergschaf hervor. Es wurde offenbar schon vor langer Zeit nach Europa gebracht, wo es von großem Nutzen in der Landschaftspflege ist. Sehr ähnlich aussehende Tiere sind von Westafrika auch in die Karibik gelangt. Auch in den USA werden Kamerunschafe gezüchtet.

Beschreibung

Es handelt sich um kleine Schafe mit einer Kopf-Rumpf-Länge von höchstens  100 cm, einer Schulterhöhe bis zu 60 cm und einem Gewicht von maximal 50 kg bei den Widdern. Weibliche Schafe sind kleiner und leichter.

Der Schwanz ist bei unseren Tieren mittellang, der Kopf länglich mit kleinen, waagerecht stehenden Ohren. Die im Gegensatz zu den hornlosen Mutterschafen sichelförmig gehörnten Widder tragen eine von den Schultern bis zur Brust kräftiger werdende Mähne.

Die Grundfarbe  des Fells ist überwiegend hell kastanienbraun, doch kommen auch Farbschläge in dunklerem Braun vor.  Am Kopf und im Gesicht zeigt sich eine schwarze Zeichnung, wobei ein von der Stirn herab laufender Streifen die Voraugendrüse nicht erkennbar macht, die zusammen mit der Zwischenklauendrüse ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Ziegen ist.
Der Bauch ist schwarz und überwiegend sind es auch die Beine, bei denen aber auch eine weiße Scheckung auftreten kann.

Kamerunschafe – wie alle Schafe Wiederkäuer – sind genügsame Pflanzenfresser.  Die Tragzeit ist etwa 150 Tage, es werden 1-2, seltener 3 Lämmer geboren, die nach vier Monaten entwöhnt werden. Ein Mutterschaf kann zweimal im Jahr gebären. 

 

Wissenswertes

Kamerunschafe gehören unter den Hausschaf-Rassen zu den seltenen Ausnahmen: Sie müssen nicht geschoren werden, weil ihre für den Winter gebildete Unterwolle im Frühjahr wieder abgestoßen wird. Darin sind sie den Wildschafen ähnlich, die als Haarschafe im Frühjahr und Herbst ebenfalls ihr Fell wechseln. Wollschafe, die eine regelmäßige Schur brauchen,  sind ein Zuchterfolg der alten Sumerer im Orient. Von dort kamen  sie über die Mittelmeerländer nach Europa.