Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

U. Ordnung: Schweineartige Tiere (Suidae)

Familie: Echte Schweine (Suinae)

Gattung: Sus

Art: Sus scrofa (Wildschwein)

Wissenschaftlicher Name: Sus scrofa domestica (Hausschwein)


Pot-bellied Pig, Cochon vietnamien

 

 

 

 

Herkunft und Verbreitung

Die Familie der Echten Schweine mit fünf verschiedenen Gattungen und 20 Arten hat ihren Ursprung in Eurasien. Früheste Belege sind über 20 Mill. Jahre alt und stammen aus Ablagerungen in Frankreich, etwas jüngere Reste wurden auch in Asien und Nordafrika gefunden. Die Gattung Sus ist erstmals in rd. 5 Mill. Jahre alten Fundstellen Griechenlands dokumentiert. Vor etwa 8500 Jahren wurden Wildschweine im Gebiet der heutigen Osttürkei domestiziert als Ausgangspunkt für die heute bekannten Hauschweinerassen. In Südostasien züchtete man aus dem eurasischen Wildschwein eine Rasse von kleinwüchsigen Hausschweinen, die als Vietnamesisches Hängebauchschwein bekannt wurde. Es gibt davon mehrere Rasseschläge, die vor allem in Vietnam zur Fleischgewinnung gehalten werden. Vietnamesische Hängebauchschweine gelangten 1958 mit der Einführung in den Ost-Berliner Tierpark wohl erstmals nach Europa. Weltweit werden solche Tiere heute in öffentlichen Einrichtungen und zunehmend sogar im privaten Heim gehalten. Ihre geringe Größe, Intelligenz und Zutraulichkeit gegenüber den Menschen begründen ihre Beliebtheitauch als Haustiere. Anhänger sind in entsprechenden Verbänden wie etwa der North American Potbellied Pig Association organisiert.


Beschreibung

Die Hängebauchschweine im Bergtierpark sind mit Ausnahme einer einfarbig dunkelgrauen Sau grauschwarz und weiß gescheckt; ihr Kopf ist stets dunkel gefärbt. Die Borsten lassen vielfach die dicke Haut durchscheinen, die am eingedellten Kopf mit dem kurzen Rüssel faltig ist. Die kleinen Ohren stehen aufrecht. Der Rücken ist leicht durchgebogen. Die Schulterhöhe erreicht 50 cm, das Gewicht kann bis 70 kg betragen und die Körper können 100 cm lang werden (Sauen sind generell kleiner als Eber). Der Bauch der kurzbeinigen Tiere hängt schwer herab und berührt fast den Boden. Hängebauchschweine sind damit das Resultat einer Zuchtselektion, die nichts mehr von den äußeren Merkmalen des Wildschweins mit langgestrecktem Kopf, schlankem Körper und höheren Beinen erkennen lässt. Die geselligen Tiere schätzen besonders im Sommer die Suhle in ihrem Gehege, wo sie sich von lästigen Insekten und Hautparasiten befreien. Bei ständigem Appetit kommen die eigentlichen Allesfresser mit einer gesunden Mischung aus Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Gras und tierischem Eiweiß gut zurecht. Sie sind sehr fruchtbar, bringen je Wurf bis zu 12 Jungtiere zur Welt und werden im Durchschnitt 12-15 Jahre alt.

Wissenswertes

Hängebauchschweine werden zusammen mit mehreren anderen Rassen bzw. Züchterbezeichnungen zu den sogenannten Minischweinen gezählt. Zu diesen gehören etwa das Göttinger Minischwein, das Minnesota Minipig oder das neeuseeländische Kunekune Pig der Maoris. Einen regelrechten Hype bildet gegenwärtig die Nachfrage nach möglichst kleinen Formen zur Haustierhaltung.