Klasse: Säugetiere

Ordnung: Paarhufer

U.Ordnung: Wiederkäuer

Familie: Hornträger

U. Familie: Antilopenartige Tiere

Gattung: Rupicapra

Wissenschaftlicher Name: Rupicapra rupicapra

Englisch wie französisch: Chamois

 

 

 

Herkunft, Verbreitung

Gämsen bilden mit Steinböcken, Schafen, Ziegen, Antilopen, Gazellen und Mähnenspringern eine Unterfamilie kleinerer gehörnter Paarhufer. Sie stammen von Wildziegen ab und haben sich vor der Eiszeit in den Gebirgen des westlichen Asien und Europas ausgebreitet.

Mit der vor rd. 500000 Jahren einsetzenden Kaltzeit und Vergletscherung mussten sich Gämsen in eisfreie Gebiete nördlich und südlich der Gebirgsketten Europas und Vorderasiens zurückziehen. Die Alpengämse (R. rupicapra) hat mit mehreren Unterarten heute ihren Lebensraum in den Alpen-und Balkanländern bis zu den vorderasiatischen Gebirgszügen. Die in Südostfrankreich, auf dem Balkan und der Hohen Tatra lebenden Formen gelten als bedroht.

Die zoologische Differenzierung innerhalb der Gattung ist im Fluss. Eventuell erhalten die in den Karpaten einerseits und andererseits im pontischen Gebirge der Türkei wie im Kaukasus lebenden Tiere den Rang zweier selbständiger Arten. Die Alpengämse wurde vor Jahrzehnten in deutschen Mittelgebirgen wieder erfolgreich angesiedelt, außerhalb Europas auch in Neuseeland und Argentinien eingebürgert.

Das Vorkommen der Pyrenäengämse R. pyrenaica mit z.T. als gefährdet eingestuften Unterarten erstreckt sich von Spanien bis in die Gebirgsregionen Mittelitaliens. Mit schätzungsweise 400.000 bis 500.000 Tieren gilt die Gattung Rupicapra nicht als bedroht.

 

Beschreibung

Die an das Leben in höheren Gebirgsregionen gewöhnten Tiere ziehen im Winter in tiefere bewaldete Lagen. Geißen und Jungtiere bilden größere Rudel, denen sich die Böcke zur Paarungszeit anschließen.

85 cm. Böcke sind größer und kräftiger als Geißen und mit bis zu 50 kg deutlich schwerer. Beide Geschlechter tragen zwei am Ende nach hinten gebogene Hörner, die nicht abgeworfen werden. Die Beine sind lang und kräftig und mit großen Hufen für das Klettern auf felsigem Untergrund bestens geeignet. Das verschieden getönte braune Fell mit einem Aalstrich auf dem Rücken wird im Winter dunkler. Zum hellen Nasenrücken kontrastiert die von den Ohren über die Augen zum Maul verlaufende dunkle Binde. Kinn und Kehle sind meist heller als das übrige Fell.

Die Tiere ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Stauden auf Bergwiesen wie von Knospen, Trieben und Blättern der Sträucher und Bäume. Die Paarung beginnt im Spätherbst. Nach einer Tragezeit von 5-6 Monaten bringt die Geiß im Frühsommer ein, selten zwei oder drei Junge zur Welt. Gämsen werden 15-20 Jahre alt.      

 

 

Wissenswertes

Gämsen sind ausgezeichnete Kletterer, ihre Sprungstärke und Schnelligkeit kann für sie lebensrettend sein. Beobachtet wurde z.B. eine Gämse im verzweifelten Kampf mit einem Steinadler, der sich auf ihrem Rücken festgekrallt hatte. In größter Gefahr vollführte das Tier mit seinem Peiniger einen wahren Höllenritt, raste mit tollkühnen Sprüngen und Überschlägen talwärts und warf sich mitsamt seinem Angreifer voller Wucht so gegen Felsblöcke, dass der mächtige Adler schließlich sein Opfer loslassen musste.

Videoclip unter https://www.facebook.com/Bergtierpark-Erlenbach-Freundeskreis-925385500814048/info/?tab=page_info