Klasse: Vögel (Aves)

U.Klasse: Urkiefervögel (Palaeognathae)

Ordnung: Kasuarähnliche Vögel (Casuariiformes)

Familie: Emus (Dromaiidae)

Gattung: Dromaius (Emu)

Wissenschaftlicher Name: Dromaius novaehollandiae Emu, Emeu d‘Australie

 

 

Herkunft, Verbreitung

Seit Archaeopteryx, der erste wirkliche Vogel sich vor rd. 160 Mill. Jahren von seinen reptilischen Vorfahren gelöst hatte, konnte eine formenreiche Vogelwelt Lebensräume in der Luft, zu Wasser und zu Lande erobern. Bemerkenswert ist die vor etwa 65 Mill. Jahren einsetzende Entwicklung überwiegend großer und schwerer Laufvögel, die ihre Flugfähigkeit verloren hatten. Solche Tiere waren später in vielen Erdregionen anzutreffen. Nur die Emus in Australien, die Kasuare in Neuguinea und Nordaustralien, die Strauße in Afrika, die Nandus in Südamerika und die kleinen Kiwis in Neuseeland haben überlebt. Ausgestorben sind infolge der Bejagung durch den Menschen die Moas auf Neuseeland, darunter auch der gigantische bis 3,60 m hohe Riesenmoa und die gewaltigen Elefantenvögel auf Madagaskar. Emus sind nach dem Strauß die zweitgrößten lebenden Laufvögel und die Kasuare ihre nächsten Verwandten. Sie sind in fast ganz Australien verbreitet und der einzige Vertreter der Familie: zwei andere Emu-Arten sind in prähistorischer Zeit verschwunden und eine Unterart der lebenden Form, der etwas kleinere Tasmanische Emu, ist im 19. Jh. ausgestorben.

 

Beschreibung

Die Scheitelhöhe von Emus kann 190 cm erreichen und das Gewicht 45 kg, wobei Hennen meist größer sind als Hähne. Die Füße an den kräftigen Beinen haben drei Zehen. Kopf und Hals tragen nur spärliche Fiedern, dunkel graubraun wie das gesamte zottige nur im Brustbereich hellere Federkleid. In der Kehle mit der Luftröhre verbundene Luftsäcke erlauben dumpfe trommelartig klingende Rufe. Nach der Paarung legen oft mehrere Hennen 5 bis 15 Eier in eine mit Zweigen, Blättern und Gras ausgepolsterte Nestmulde, die der Hahn fast zwei Monate lang bebrütet. Bis zu 900 g können die großen Eier von 14 cm Länge und 9 cm Durchmesser wiegen. Ihre dunkel- bis blaugrüne Pigmentierung dient der für Bodenbrüter wichtigen Tarnung. Emus nehmen viel Wasser auf und ernähren sich pflanzlich. Nur Jungtiere lassen sich auch Insekten und Weichtiere schmecken. Auf Futter- und Wassersuche kann es zu Wanderungen (7 km/h, Fluchtgeschwindigkeit 50 km/h) Tausender von Tieren mit erheblichen Schäden für das Farmland kommen. Seit langem werden deshalb wichtige landwirtschaftliche Nutzflächen im Südwesten Australiens durch einen hohen Zaun geschützt, der im Jahr 2016 fast 1200 km lang war. Obwohl Emus im Bestand nicht bedroht sind, wurden sie wegen ihrer Bedeutung für die kontinentale Biodiversität der Pflanzen 1999 in Australien unter Schutz gestellt. Seit 1987 werden Emus vor allem wegen ihres fettarmen Fleisches in großem Umfang kommerziell gehalten. Solche Emuzucht gibt es heute in verschiedenen Ländern.

 

 

Wissenswertes

Mit etwa einer Million Emus leben in den Zuchtfarmen der USA heute mehr Tiere als in freier Wildbahn auf dem australischen Kontinent.